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... dieser Blog erzählt von Schwangerschaft, Geburt und der ersten Zeit mit dem Baby. Er berichtet von Erwartungen und Ängsten, Freude und Schmerz. Er möchte zum Nachdenken, Schmunzeln, Entspannen und Hinspüren anregen. Vielleicht kann er auch die eine oder andere Sehnsucht nach emotionaler Information stillen oder die Wartezeit aufs eigene Baby versüßen. Auf jeden Fall aber möchte er Gefühle und Gedanken weitergeben, Ängste nehmen und das ganze Glück ausdrücken, welches eine Mutter beim Schwangersein, Gebären und Stillen empfinden kann. Eine Geschichte, an der auch noch so viel Emanzipation nichts ändern kann. Zum Glück!

Sonntag, 15. April 2012

Samstag, 11. Februar 2012

Nachwort

Dieser Blog ist eine in sich geschlossene Sache. Hier wird nichts mehr dazu kommen, denn all das was ich hier geschrieben habe, ist fast 20 Jahre her. Zwischen damals und heute liegt so viel, dass ich nicht nahtlos anknüpfen kann. Eine Ausbildung zur Hebamme, ein zweites Kind, 13 Jahre Freiberuflichkeit und so viele Erlebnisse, die mein Leben geprägt haben ... aber natürlich werde ich niemals aufhören zu schreiben...

Der Storchenblog
Der Quiltstorch
Meine Metallerseele
Mein Hexenhaus und ich

"Time keeps painting, my Darling..."


Donnerstag, 2. Februar 2012

Eine lange Zeit

und doch so schnell vergangen!

 

  


Auf zu neuen Ufern...

Knapp vier Jahre wohnen wir jetzt hier, ein ganzes mit unserer Jasmin! Unsere Wohnung ist eng geworden. Jasmin, ein kleiner Mensch mit eigenen Gedanken, vielen Spielsachen und Freiheitsdrang bekommt nun ihr erstes eigenes Zimmer. Von nun an wird sie alleine in ihrem Zimmer schlafen. Sie wird nicht mehr wach werden, wenn ich im Stockfinsteren über einen Wäschekorb falle oder wenn Thorsten einen Hustenanfall kriegt. Sie wird aber auch nicht das vertraute Atmen und Reuseln neben sich hören. Sie wird nach einem schlimmen Traum nicht sofort in Mamas Bett fallen können. Vielleicht dauert es einen Augenblick, bis ich sie aus ihrem Zimmer rufen höre. Es sind so viele Abschiede, die man geschehen lassen muss! Das Loslassen beginnt schon mit der Geburt und geht unaufhaltsam weiter. Sie hat bereits ihren eigenen (Dick)-Kopf und bringt mich ganz schön an meine Grenzen. Ich muss akzeptieren, dass wir manchmal nicht einer Meinung sind und wir müssen Kompromisse finden. Sie versteht schon eine Menge von dem was wir sagen, sie isst mit uns am Tisch und ist ein vollwertiges Familienmitglied geworden.Sie kann bereits alleine stehen und wird sicher bald laufen. Wir haben kein Baby mehr! Wir haben ein Kleinkind, das Aufmerksamkeit und Zuwendung, aber auch Vertrauen und Freiheit fordert. Wie schnell wird es gehen, bis sie in den Kindergarten kommt. Wir werden die Zeit geniessen, die wir miteinander leben dürfen, einfach in den Tag hinein, ohne Zwang, ohne Termine!



Die Zimmer werden schon langsam leer. Der Umzug wirft seine Schatten voraus. Die neue Wohnung warte auf uns. Doch ich bin halt nicht so gut im Loslassen. Stand heute in meiner alten Küche. Wieviele Kuchen hab ich dort gebacken, wieviele Sonnenuntergänge beobachtet, wie oft die Tür hinter mir zugemacht, wenn ich traurig oder wütend alleine sein wollte. Wie oft Berge von Abwasch nach unzähligen Partys gespült, wie oft Mittagessen gekocht. Über hundert Postkarten hängen an den Wänden. So liebgewordene Kleinigkeiten. Meine erste eigene Küche - ich werde Dich nie vergessen! Immer diese Heulerei. Da sitze ich am Computer und nehme Abschied. Im Wohnzimmer samt Balkon, mit Blick auf den Grillplatz. Ob wir noch ein bisschen dazugehören werden? Wir ziehen ja nur ein Haus weiter. Ja, der Balkon, so viel Wäsche aufgehängt, besonders als das Baby ganz frisch war. Die Sommerabendluft noch in der Nase. Im Wohnzimmer die Erinnerung an den ersten Abend hier im Haus, in der ersten eigenen Wohnung mit Liane und Schera, an große Feten und den ersten Morgen mit Jasmin. Erleichtert und glücklich und müde auf der Couch. Die gemütliche Ecke wo der PC steht, an dem ich unzählige Stunden verbracht habe. Unser Schlafzimmer. Gedanken an Liebe und Ruhe. Hier haben wir Jasmin 'gemacht'! Hier haben wir Nächte durchwacht, sie in den Schlaf gewiegt, Hier hab ich mit ihr geweint, wenn wir alle nicht mehr konnten... und dann konnten wir doch! Und dann noch das Bad, in dem ich mich ach so oft hübsch gemacht habe, meinen wachsenden Bauch und später die Schwangerschaftsstreifen betrachtet habe.
Ja, das ist alles vorbei! Es geht weiter! Anders! Wir drei sind sehr dankbar für diese Räume, in die wir uns wann immer wir wollten zurückziehen konnten. Dankbar für all das Schöne und auch manchmal Schwierige. Dankbar für die neue Chance, als richtige Familie in die neue Wohnung einzuziehen!

Morgen gehts los!

Kopf hoch

Am Anfang scheint es, als könnte dieses kleine Bündel sich niemals so bewegen wie es selber möchte. Arme und Beine bewegen sich in einem eigenen Rhythmus und die Händchen schließen sich reflexartig um alles, was man ihnen hinhält. Doch schon bald wirft das Baby eigenständig sein Köpfchen hin und her, versucht schon, den Kopf zu heben und oben zu halten. Man kann direkt sehen, wie es sich anstrengen muss. Doch irgendwann is's geschafft. Der Kopf ist gar nicht mehr so schwer. Der nächste große Abschnitt kommt, sobald die erste Drehung vollbracht ist. Die ruhigen Zeiten, wo man das Baby auf der Wickelkommode oder auf dem Sofa parken konnte, sind endgültig vorbei! Es wird gekugelt und gerobbt! Das Baby erweitert seinen Aktionsradius! Alles in seiner Nähe wird angefasst, begriffen, abgelutscht. Es tritt aktiv in die Welt der Erwachsenen ein. Und um den 7. Monat sieht man, wie es versucht, das Hinterteil hochzustemmen. Es will krabbeln, sich fortbewegen, mobil sein. Jetzt heißt es, die Wohnung kindersicher machen.
Steckdosen sichern, keine überhängenden Tischdecken, weg mit den Hydrokultursteinchen, Putzmittel und Porzellan nach oben stellen und so fort. Mit dem Krabbeln lernt das Baby meist auch das Sitzen und das Sich-Hochziehen! Und das bedeutet für mich das Ende der Babyzeit. Unser Kleinkind wird sicher bald laufen!

Das Stillen

Da ich mich ja zügigst aus dem Krankenhaus abgemacht hatte, belief sich meine Weisheit über das Stillen auf das Stillbuch von Hannah Lothrop (sehr gut im übrigen). Kaum zu Hause angekommen, legte ich Jasmin an. Eine große Tasse Milchbildungstee und eine Flasche Malzbier standen auf dem Tisch. An der rechten Brust saugte Jasmin von Anfang an hervorragend. An der linken brauchte sie oft mehrere Anläufe, bis sie die Brustwarze gepackt hatte. Nach drei Tagen klappte links gar nix mehr. Die Milch war eingeschossen und die linke Brust war so prall, dass die Brustwarze kaum noch hervorstand. Dieser Tag traf ungünstigerweise mit einem so großen Hormonumschwung zusammen, dass ich das große Heulen bekam. Da sass ich mit einer vollen Brust, und konnte meinem Kind doch nichts geben. Ob ich das überhaupt alles richtig machte? Thorsten fuhr in die Apotheke und besorgte eine Gummiball-Milchpumpe und Stillhütchen. Versuch eins mit dem Brusthütchen: Es war völlig inkompatibel mit meiner Brust, saugte sich nicht fest und war überhaupt ne blöde Methode. Auf telefonischen Rat der Hebamme pumpte ich Milch ab, aber es kam kaum etwas. Ich fühlte mich als hätten sich meine Milchgänge verknotet. Langsam aber sicher wurde meine Brust heiss und hart. Ich vertiefte mich noch mal in das Stillbuch und fand einen genialen Tip. Legen Sie sich in die Badewanne und brausen Sie die volle Brust mit warmem Wasser ab. Dann streichen Sie mit der Hand die überschüssige Milch aus. Ha - Ausstreichen, das war's! Und wie, bitte, sollte das gehen?
Nach einigen unbeholfenen Versuchen hatte ichs raus und meine Milch spritze ohne Übertreibung 20 cm hoch. Nach unendlichen Mengen fühlte sich die Geschichte schon wesentlich besser an. Als Jasmin das nächste mal wach wurde, legte ich sie sofort an - und siehe da: Sie trank udn trank und trank.
Tja, jetzt, drei Monate nachdem ich abgestillt habe, wünsche ich mir die Zeit schon manchmal zurück. Die Gefühle und die Sache an sich. War doch superpraktisch. Wann und wo auch immer die kleine Maus Hunger oder Durst hatte, wir hatten alles dabei. Vor allen Dingen auch die nötige Portion Mut und das Selbstbewusstsein, im Falle eines Falles auch im Park, im Bus oder im Restaurant zu stillen. Wir haben's genossen!
Besonders schön war auch, wenn Jasmin ihr Nachtmahl gegen 22.00 Uhr einnahm, zusammen einzuschlafen. In unser großes Stillkissen eingekuschelt, saugte sie rhythmisch und begierig, bis sie satt und müde wurde. Oft bin ich sicherlich schon vor ihr eingeschlafen. Meist lagen wir so bis zur nächsten Mahlzeit. Jasmin wurde über 4 Monate voll gestillt. Die letzte Stillmahlzeit fand statt am 5.1.95, als sie genau 8 Monate alt war. Ich stillte zu dem Zeitpunkt nur noch ein bis zwei Mal, meist abends zum Einschlafen oder nachts. Bis zu dem Punkt, wo sie entschieden den Kopf wegdrehte. Ich versuchte noch ein paar Mal sie anzulegen, doch sie war sich sicher. Das wars! Nach etwas mehr als zwei Wochen machte ich die Probe aufs Exempel! Unglaublich aber wahr... meine Tochter wusste von nix mehr. Keine blasse Ahnung, wozu diese Milchbeutel gut waren. Vielen Dank für diese Zeit!

Mittwoch, 1. Februar 2012

Samstag abend ... Januar 1995

Thorsten ist Eishockey spielen. Wird spät werden. Jasmin und ich haben gerade zu Abend gegessen und gehen noch mal ein Stockwerk tiefer. Mal hören was da heute abgeht. Vielleicht gucken die Video. Da könnte man mit dem Babyphon in der Tasche sogar beiwohnen. Fehlanzeige, die gesamte Clique hat sich im Wohnzimmer versammelt und diskutiert lautstark, wo's heute hingehen soll. Bowlen oder Disco? Griechisch essen oder ins Bistro? Sauna oder Kino? Nach ewigem Hin- und Her eine Einigung. Erst ins Bistro, dann Disco. Jacken werden angezogen, Schlüssel gesucht und los. So. Jetzt sind wir alleine. Jasmin läßt sich anstandslos ins Bett bringen. Ich hab Zeit zum Nachdenken. Kein abendliches Squash-Match mit Thorsten, keine Disco, keine Bodega, kein gemütliches Schwätzchen bei Annette, kein Kino, kein Theater, ...! Jedenfalls nicht spontan.
Alle Aktivitäten müssen geplant sein. Schläft das Baby bei den Großeltern oder kommt es mit? Ordern wir einen Babysitter oder ist es momentan zu quäkig, um es jemandem zuzumuten? Falls das Baby auswärts schlafen soll, Wickeltasche packen, Brei oder Fläschchen vorbereiten, Telefonnummer hinterlegen und so weiter (NIX HANDY - Anmerkung der Red.)
Tja Hausfrau und Mutter. Da hast Du was Du wolltest.  'Ich habe meinen Spaß schon gehabt. Ich glaube nicht dass mir was fehlen wird, wenn ich ein Baby habe!' Große schlaue Sprüche. Jetzt sitz ich hier und bin ein wenig traurig. Alleine. Aus dem Schlafzimmer leises Weinen. Lauter werdend. Hilfloses Schreien. Ich gehe hinein. Das Baby steht im Bettchen, eine Hand am Gitter, die andere reibt die Äuglein. Tränennasse Wangen, strubblige Haare. Strahlendes Lächeln als es mich sieht. Es streckt die Ärmchen nach mir aus. Ich nehme es hoch und es schmiegt sich noch schlafwarm an mich. Eine kleine warme feuchte Hand fährt mir durchs Haar, will sich festhalten. Es ist noch so klein, einsam, kann sich nicht recht mitteilen, sucht Sicherheit und Nähe, Aufmerksamkeit und Liebe, Zuwendung und Hilfe. Vielleicht hat es schlecht geträumt? Ich bin froh, jetzt für es da zu sein!